Ein Bekannter erzählte mir eine Geschichte, die mich nachhaltig erschüttert hat. Ob sich tatsächlich jedes Detail genau so zugetragen hat, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise hat die betreffende Person im Verlauf der Ereignisse selbst Fehler gemacht. Dennoch entwickelte sich aus einer Reihe von Konflikten und Fehlentscheidungen eine Situation mit weitreichenden und tragischen Konsequenzen.
Nach seiner Darstellung geriet die Person bereits während ihrer Schulzeit in Schwierigkeiten. Eine Lehrkraft glaubte, bei dem Schüler psychische Probleme zu erkennen, und zog daraus weitreichende Schlussfolgerungen. Im Umfeld der Schule bestand zudem eine Verbindung zu einer psychiatrischen Einrichtung des LWL. Die Situation eskalierte, nachdem der Schüler vor anderen Personen bloßgestellt und erniedrigt worden sein soll. Mehrere Menschen sollen die Vorfälle beobachtet haben. Für den Schüler war die Situation schließlich derart belastend, dass er die Schule verließ und seinen Abschluss nicht mehr machen konnte.
Auch außerhalb des Unterrichts setzte sich die Situation fort. Eine Bekannte der Lehrkraft soll dem Schüler aufgelauert, ihn mit ihrem Mobiltelefon gefilmt und durch ihr Verhalten zusätzlich verunsichert haben. Für die betroffene Person entstand dadurch zunehmend der Eindruck, nicht mehr zu wissen, wem sie vertrauen konnte und welche Menschen tatsächlich hinter den Ereignissen standen.
Später stellte sich heraus, dass die Person die Tochter einer Ärztin kannte, ohne zu wissen, wer deren Mutter war. Gleichzeitig geriet sie nach eigener Wahrnehmung an die falschen Freunde. Diese sollen sie zunächst in Situationen hineingezogen haben, die sie nicht vollständig überblicken konnte.
Besonders dramatisch wurde die Lage, als ihr von ihren Bekannten Drogen verabreicht worden sein sollen. Die Person erlitt dadurch einen lebensbedrohlichen Zustand und musste schließlich in ein Krankenhaus gebracht werden, da offenbar kein anderer Ausweg mehr gesehen wurde.
Aus Sicht der Person hatte sie zu diesem Zeitpunkt das Vertrauen in ihr gesamtes Umfeld verloren. Nicht nur Menschen aus staatlichen oder institutionellen Strukturen, sondern auch diejenigen, die sie für ihre Freunde gehalten hatte, schienen sie im Stich gelassen oder gegen sie gearbeitet zu haben.
Die Situation eskalierte schließlich vollständig.
Die Person beschaffte sich eine Waffe und suchte im Darknet nach Informationen über deren Modifikation. Anschließend wartete sie auf eine Gelegenheit, bei der sich mehrere ihrer ehemaligen Freunde wie gewohnt in einem Park trafen. Als die Gruppe zusammenkam, eröffnete sie das Feuer. Vier der acht Personen wurden getötet. Die Schüsse trafen gezielt den Kopf. Die übrigen Personen flohen unmittelbar nach Beginn des Angriffs.
Für die Person selbst schien zu diesem Zeitpunkt jede Hoffnung auf ein normales Leben verloren. Die Tatsache, dass nicht alle ihrer ehemaligen Freunde getötet worden waren, spielte für sie schließlich keine entscheidende Rolle mehr.
In der Folge kam es offenbar zu weiteren Gewalttaten und Vergeltungsaktionen durch Personen, die mit der betroffenen Person in Verbindung standen. Dadurch verschärfte sich die ohnehin angespannte Situation zusätzlich.
Schließlich fasste die Person den Entschluss, auch die Psychiaterin zu töten, die sie für einen wesentlichen Teil ihrer bisherigen Erfahrungen verantwortlich machte. Da zu diesem Zeitpunkt offenbar noch kein Fahndungsbild veröffentlicht worden war, konnte sie das Krankenhaus betreten, ohne erkannt zu werden.
Sie fand die Ärztin im Bereich des Sekretariats und eröffnete das Feuer. Insgesamt gab sie sechs Schüsse ab, die diesmal nicht ausschließlich auf den Kopf, sondern auch auf Brust, Bauch und Beine gerichtet waren. Die Ärztin erlag ihren Verletzungen.
Anschließend verließ die Person das Krankenhaus und floh. Obwohl sich die Menschen im Gebäude bereits in Alarmbereitschaft befanden, gelang es niemandem, sie aufzuhalten. Auf ihrem Fluchtweg begegnete sie mehreren Polizeibeamten. Da offenbar keine ausreichende Täterbeschreibung vorlag und die Beamten sie nicht erkannten, konnte sie entkommen.
Damit waren insgesamt fünf Menschen getötet worden, während der mutmaßliche Täter zunächst weiterhin auf freiem Fuß blieb.
Nach der Geschichte soll die Person heute in Spanien leben und weiterhin in kriminelle Geschäfte, unter anderem im Drogenhandel, verwickelt sein.
Ende.
